Grüße vom Coach
nicht ohne Grund müssen sich die Aktiven meiner Mannschaft zu Saisonbeginn Gedanken über ihre Ziele machen. Ziele, die in einem erreichbaren Rahmen liegen, für die sich der Aufwand aber lohnt. Ziele dienen uns maßgeblich dazu etwas anzupacken und einen Sinn darin zu sehen. Sie schüren unseren Ehrgeiz und zwingen uns zu Disziplin. Ohne ein Ziel nützen uns diese Eigenschaften nichts und ohne sie erreichen wir unsere Ziele nicht.
Diese Erkenntnis zu gewinnen und sie anwenden zu können ist etwas, das ich in meiner Jugend ebenfalls lernen musste. Setze dir ein Ziel, fasse es ins Auge und beginne dich auf den Weg zu machen. Manchmal war das hart, manchmal leichter, aber immer war es am Ende ein tolles Gefühl, wieder einen Schritt weiter gekommen zu sein, das Ziel erreicht zu haben.
Als Trainer hat man den großen Vorteil, von solchen Momenten öfter umgeben zu sein denn als Sportler. Jeder Aktive, der seine Ziele erreicht und in diesem Gefühl von Glück schwelgt, nimmt mich dorthin mit; jeder Aktive, der seine erste Medaille in der Hand hält und vor Stolz fast platzt, beschert mir Gänsehaut. Es stellt sich kaum einer vor, dass ich oft nervöser bin, als der Aktive auf seinem Weg zum Startblock.
Solche Momente durfte ich als Trainer hundertfach erleben und sie waren mir immer wieder Antrieb, jedem Aktiven zu vermitteln, dass es sich lohnt sein Ziel zu verfolgen und dafür zu arbeiten.
In den letzten 16 Jahren habe ich, wenn man das mal grob überschlägt, etwa 300 Schwimmer betreut. Gerade gestern habe ich einen Schwimmer getroffen, den ich vor 12 Jahren in einer der Nachwuchsgruppen trainiert habe. Er hat mich sofort erkannt, mir von seinem Studium erzählt und sich unglaublich gefreut mich zu treffen.
Die Bestätigung, auch nach so vielen Jahren nicht vergessen worden zu sein, einen bleibenden und positiven Eindruck hinterlassen zu haben und das Gefühl, dass man vielleicht auch ein Bisschen an der Entwicklung beteiligt war, sind das größte Geschenk, das man überhaupt bekommen kann.
Mit der Gewissheit, in den letzten Jahren viel für die persönliche Leistungsentwicklung anderer getan zu haben, habe ich dennoch auch weiterhin an eigenen Zielen gefeilt. Von der ersten Ausbildung über ein gewöhnliches Berufsleben, hin zu der Überlegung, das Abitur nachzuholen und eine staatliche Techniker-Weiterbildung zu machen, kam ich letztendlich zum Studium und der Eröffnung eines eigenen Sachverständigenbüros.
Immer wieder habe ich mir ein Ziel gesetzt und es nach besten Wissen und Gewissen verfolgt, und auch wenn es Rückschläge gab, ich habe es bewältigt.
Nun darf ich eine neue spannende Aufgabe übernehmen. Als Abteilungsleiter einer Versicherung werde ich dort in Zukunft das Kraftfahrzeug-Sachverständigenteam leiten und ich freue mich sehr, diese Aufgabe in Angriff zu nehmen. Leider ist diese Stelle aber mit einem Umzug verbunden, der es mir nicht ermöglichst meine Trainertätigkeit in Zukunft weiter zu führen.
Die Arbeit als Trainer hat mir immer sehr viel bedeutet. Ich hatte das große Glück, immer von Menschen umgeben zu sein, die mich mochten, die mich schätzten und die mir vertraut haben. Ich habe über die Jahre viele Stunden, Tage und Wochenenden damit verbracht, die schlechte Luft in den Schwimmhallen zu atmen, die Lautstärke mit meiner Stimme übertönen zu müssen, mit den Eigenarten pubertierender Mädchen klar zukommen und das Machogehabe heranwachsender Jungs ertragen zu müssen. Und auch wenn es unverständlich ist, ich habe es geliebt und ich werde es furchtbar vermissen.
Ich weiß, dass viele traurig sind und kann das verstehen, denn mir geht das nicht anders. Aber wenn die Trauer nachlässt solltet ihr euch an meine Worte erinnern.
Setze dir ein Ziel, fasse es ins Auge und beginne dich auf den Weg zu machen!

