48-Stunden-Schwimmen im Panoramabad Rüngsdorf
Nach 3650 Bahnen war es geschafft: Gemeinsam schwammen die Aktiven des Internationalen Schwimmvereins (ISV) Bad Godesberg am heutigen Sonntag um 16 Uhr die letzten 50 Meter ihrer 48-stündigen Endlosstaffel im Panoramabad Rüngsdorf. Insgesamt 182,5 Kilometer kamen so bei der 28. Ausgabe des traditionellen 48-Stunden-Schwimmens zusammen.
Für jeden Kilometer sammelte der ISV dieses Jahr 12 € an Spenden, die für die Sanierung des Sprungturms im Panoramabad eingesetzt werden sollen. "Das Rüngsdorfer Freibad ist in den Sommermonaten das Stammschwimmbad des ISV Bad Godesberg. Daher unterstützt der ISV schon seit langem attraktivitätssteigernde Maßnahmen im Panoramabad - so wurde zum Beispiel die neue Wasserrutsche nach dem Umbau des Bades durch vom ISV eingeworbene Spenden maßgeblich mitfinanziert", erläuterte Udo Lehmann, der erste Vorsitzende des ISV Bad Godesberg, die Entscheidung des Vereinsvorstands. "Der Sprungturm ist das weithin sichtbare Wahrzeichen des Bades und hat inzwischen eine Sanierung dringend nötig. Dafür will der ISV im Rahmen seiner Möglichkeiten einen Beitrag leisten", so Lehmann weiter.
Eine Modernisierung des Turms würde auch neue Möglichkeiten für die Durchführung von Wettkämpfen in Rüngsdorf eröffnen: Seit vielen Jahren findet im Panoramabad des Mittelrhein-Pokalspringen des Schwimmbezirks Mittelrhein statt, eine inzwischen auch international gut besuchte Veranstaltung, die der ISV mit ausrichtet (dieses Jahr am kommenden Wochenende, 20./21. Juni 2009). Doch Lehmann kann sich mehr vorstellen: "Wir haben 1989 auch schon Europameisterschaften in Rüngsdorf ausgerichtet, inzwischen erfüllt der Sprungturm aber die aktuellen Anforderungen des europäischen Schwimmverbandes LEN nicht mehr". Am Sprungturm müssten vor allem der Beton saniert und die Sprungbeläge auf den Plattformen erneuert werden. Damit auf dem Turm Synchronspringen ausgeführt werden kann, wäre zudem eine Erweiterung der 10-Meter-Plattform wünschenswert, sofern das die Statik erlaubt.
Die Kilometergeldspender waren wie in den Vorjahren vor allem Eltern von ISV-Aktiven: Der Spendenbetrag wurde zusammengelegt von Michael Stollfuß, dem Gardinen- und Wäscheservice "Helena" von Familie Zinndorf, den Familien Zender und Höttges sowie Ruth und Dirk Wippern. Am Samstagabend entschied sich auch Winfried Wippern, langjähriger Vorsitzender des ISV und 1981 Mitbegründer des 48-Stunden-Schwimmens, noch spontan zu einer Aufstockung des Spendenbetrages.
Das 48-Stunden-Schwimmen ist jedes Jahr ein Highlight im Veranstaltungsprogramm des ISV Bad Godesberg. Die eigentliche Attraktion ist dabei natürlich das Schwimmen zu jeder Tages- und Nachtzeit und das Übernachten im Freibad. Doch auch das umfangreiche Rahmenprogramm des ISV-Jugendausschusses trägt dazu bei, die Veranstaltung zu einem Erlebnis zu machen: Dazu gehört neben Hüpfburg, Fußball und Open-Air-Kino auch ein Wettrutschen auf der Riesenrutsche des Freibades.
Auch für die Freibadbesucher gab es im Rahmen des 48-Stunden-Schwimmens viele Angebote. Am Samstag Abend kurz vor Ende der Öffnungszeit boten die Synchronschwimmerinnen des ISV Bad Godesberg eine Probe ihres Könnens: Die 10-jährige Polina Kostkov zeigte einige der genau vorgeschriebenen Figuren des Wettkampfprogramms, anschließend konnten die Zuschauer diese bei der Gruppendarbietung der älteren Schwimmerinnen im Zusammenspiel bewundern. Zum Abschluss schwamm die 19-jährige Jasmin Kunze ihre Solokür, mit der sie nächste Woche bei den deutschen Meisterschaften in München antreten wird.
Badegäste konnten außerdem als Gastschwimmer am 48-Stunden-Schwimmen teilnehmen, Prüfungen für Schwimmabzeichen ablegen und sich in einer Fotoausstellung über die Aktivitäten des ISV Bad Godesberg in den letzten Monaten informieren. Wer direkt Mitglied werden wollte, sparte zudem die Aufnahmegebühr.
Enormes Glück hatte der ISV Bad Godesberg dieses Jahr mit dem Wetter: für die gesamten 48 Stunden machte der Regen eine Pause und die Teilnehmer konnten sich über wolkenlosen Sonnenschein und klaren Sternenhimmel freuen. Dennoch mussten sich, nicht zuletzt wegen des vorangegangenen Feiertags, deutlich weniger Aktive als in den Vorjahren die "Last" teilen, die Endlosstaffel über 48 Stunden auch in den kalten Nächten am Laufen zu halten. Die besten Einzelleistungen der gut 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreichten dabei Michael Laßlop (16,2 km) und Nicole Knieps (12,55 km), die für ihren Einsatz von Udo Lehmann mit Pokalen geehrt wurden.
Der ISV Bad Godesberg bedankt sich für die große Unterstützung durch das Sport- und Bäderamt der Stadt Bonn und durch das Personal des Panoramabades, das sich für die Veranstaltung sehr engagiert hat - nicht nur in organisatorischer, sondern auch in sportlicher Hinsicht: Peter Radermacher vom Badteam, der auch ISV-Mitglied ist, schwamm in den Nächten insgesamt 10,3 Kilometer und trug damit die viertgrößte Strecke zur Gesamtleistung bei.







