Internationaler Schwimmverein Bad Godesberg
06.06.2009

Freibad, Kanu, Eis essen: Jugendherbergsfahrt an die Lahn

An einem wunderschönen und sonnigen Freitagmittag, dem 29. Mai 2009, machten sich 50 begeisterte ISV-ler auf den Weg in die Jugendherberge nach Bad Ems an der Lahn. Wieder einmal wurden wir von unserer überaus sympathischen Busfahrerin, Frau Romaan, mit einem Reisebus nach Bad Ems gefahren. An der Jugendherberge angekommen, erwartete uns erstmal eine böse Vorahnung. Die Jugendherberge lag, wie nicht anders zu erwarten, auf einem Berg, der nur über eine Steigung von 16 % bestiegen werden konnte. Schon jetzt war den Betreuern klar, dass einige Kinder in den folgenden Tagen auf den Schultern getragen werden wollten.

Ansonsten gab es in der Jugendherberge alles, was eine Jugendherberge zu bieten hat. Sportplatz mit Fußballtoren, einen Krankenhauspark in der Nähe und einen strengen Herbergsvater. Das Besondere hier waren die Zimmer, die alle über ein eigens Bad verfügten. Stundenlange Diskussionen und Aufforderungen, endlich duschen zu gehen, blieben uns also in diesem Jahr erspart.

Nachdem die Betten bezogen und das Abendessen eingenommen wurde, versammelten wir uns alle auf dem Sportplatz. Zwar war der Sportplatz von einigen Familien mit kleinen Kindern belegt, doch das sollte uns nicht weiter kümmern. Man erkannte ziemlich schnell, dass man entweder mitspielen oder den Platz verlassen konnte. Den ganzen Abend wurden Spiele wie „Jeder-gegen-Jeden", „Britische Bulldoge" oder „Jäger und Hase" gespielt. Gegen halb zehn durften sich die Kinder auf ihre Zimmer zurückziehen. Alle Kinder waren noch ziemlich aufgedreht und dachten gar nicht daran, schlafen zu gehen.

Am nächsten Morgen wurden die Betreuer durch die ersten Stimmen auf dem Flur gegen halb sieben geweckt. Jegliche Verweisungen auf ihre Zimmer wurden anschließend völlig ignoriert. Um acht Uhr erschienen dann bis auf zwei Ausnahmen alle beim Frühstück. Nachdem alle am Frühstücksbüffet kräftig zugeschlagen hatten, wurde das nächst liegende Wiesenstück aufgesucht. Nach einer kurzen Einweisung begannen wir mit dem Spiel „Tanker". Für einige wurde die frisch gemähte Wiese zum Verhängnis. Tränende und geschwollene Augen und Niesattacken waren das Ergebnis. Trotzdem wurde bis zum Mittagessen um halb eins weitergespielt.

Nach dem Mittagessen wurde das sonnige und warme Wetter ausgenutzt und wir machten uns auf in das Freibad in Nassau. Nach einer halben Stunde Fußmarsch zum Bahnhof, konnten wir leider keinen Ticketautomaten entdecken. Eine Anwohnerin sagte uns, dass wir Bahntickets nur noch im Reisebüro in der Innenstadt besorgen könnten. Uns blieben lediglich 10 Minuten bis unsere Bahn kam. Innerhalb dieser 10 Minuten rannten Andre und Patrik T. in die Innenstadt, bemerkten, dass das Reisebüro bereits geschlossen war, und rannten zum Bahnhof zurück. Der Bahnfahrer erklärte uns dann, dass wir Tickets in der Bahn selbst besorgen könnten. Bis wir aber Tickets für 50 Personen gezogen hätten, wären wir 10 Mal in Nassau gewesen. Also fuhren wir umsonst.

Das Freibad hatte glücklicherweise an diesem Tag neu eröffnet. Zumindest dieses Mal hatten wir also Glück. Der neue Sprungturm und die Rutsche wurden gleich von allen getestet. Völlig übermüdet fuhren wir zurück zur Jugendherberge und mussten zum ersten Mal den Berg besteigen. Zum Abendessen wurde gegrillt. Nachdem Würstchen und Koteletts verdrückt waren, folgten noch einige Spielchen auf dem Sportplatz, um alle Kinder auch wirklich müde zu bekommen. Gegen zehn Uhr war eigentlich Bettruhe. Wirklich daran gehalten hat sich aber keiner.

Auch am Sonntagmorgen wurden die Betreuer wieder vor Beginn des eigentlichen Weckens durch laute Stimmen auf dem Flur in der Bettruhe gestört. Heute erwartete uns etwas ganz Besonderes. Nach dem Frühstück besuchten wir das Örtchen Oberhof. An dem Campingplatz wurden wir von einer Dame erwartet, die uns gleich in die Regeln einer Kanufahrt einwies. Gut eine halbe Stunde später bestiegen wir sieben Kanus und paddelten über die Lahn. Während der dreistündigen Kanufahrt mussten wir zwei Schleusen passieren und einen Mann über Bord melden. Nach den drei Stunden auf der Lahn kamen wir im Örtchen Nassau an. Wir wurden von einem älteren Ehepaar empfangen, das uns half, die Kanus an Land zu ziehen.

Zurück zur Jugendherberge gingen wir zu Fuß. Nach ca. 1 ½ Stunden gelangten wir in der Kurort Bad Ems und lernten die Innenstadt mit ihren vielen Passagen und ihrer Promenade kennen. Die Betreiber einer Eisdiele in der Innenstadt waren sichtlich überrascht, als wir 50 Personen zum Eisessen verkündeten. Gemeinsam mit einem Eis in der Hand machten wir uns wieder auf den Weg in die Jugendherberge.

Nach dem Abendessen spielten wir noch eine Partie „Stratego" in dem nahe gelegenen Kurpark eines Krankenhauses. Nachdem sich einige Kinder an Füßen und Armen verletzt hatten, bereiteten wir uns gegen zehn Uhr auf die Nachtwanderung vor. Eingeleitet wurde die Nachtwanderung gegen elf Uhr wie immer mit einer Gruselgeschichte. Um zwölf Uhr fanden dann auch die letzten Kinder ins Bett.

Montagmorgen: Es war Stille bis viertel vor acht. Andre musste ausnahmslos ALLE zum Frühstück wecken. Wir hatten es wieder einmal erreicht. Alle Kinder waren von diesem Wochenende geschafft. Doch nach dem Frühstück sollte noch die Räumung der Zimmer und eine weitere Partie „Stratego" im Kurpark folgen. In den Gesichtern der meisten Kinder war deutlich zu erkennen, dass sie eigentlich viel zu müde waren.

Wir nahmen noch unser Mittagessen zu uns und wurden gegen zwei Uhr von Frau Romaan an der Jugendherberge abgeholt. Schwerwiegende Zwischenfälle waren bis auf einen kleinen Besuch im Krankenhaus nicht zu vermelden. Die Planungen für die Jugendherberge im nächsten Jahr haben - aufgrund der großen Begeisterung - bereits begonnen.

Euer Jugendwart
Andre
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